Lebe! Liebe! Lache!

Wie alles begann...

"Vor einigen Jahren
kam ein Baby angefahren
ohne Strümpf' und ohne Schuh..."

- das war dann wohl ich! Lächelnd

Seit jüngsten Kindertagen begeistere ich mich für Pferde und Ponys.

Keiner weiß wann und woher es kam - der Pferdevirus war auf einmal da und muss wohl ein, zwei Generationen übersprungen haben. Anders ist es nicht zu erklären dass inmitten einer total pferdeneutralen Umgebung so eine Liebe entstand und bis heute bestehen geblieben ist!

Ich kann mich noch gut erinnern, ich war kaum zwei Jahre alt, da durfte ich mir was wünschen und ich lief im Buchhandel schnurstracks zu den Lexika wo ich mir das allergrößte Pferdebuch aussuchte. Zu jedem Bild im Buch wusste ich bald eine Geschichte und die Hälfte der Ponys war sowieso "meins".  Auch wenn im Laufe der Zeit die ein oder andere Fachlektüre den Weg in mein Regal gefunden hat, dieses Buch hüte ich noch heute wie einen Schatz!

Ich durfte immer mal wieder die Pferde von Freunden streicheln und pflegen (Danke Mischa!), aber so richtig los ging es 1993, als wir nach Prebl zogen...

Dort wartete die hübsche schwarze Shettystute "Sissi" auf mich, der das Schicksal leider gar nicht gut gesonnen war. Ihr Fohlen kam 2 Monate nach dem vom Verkäufer angegebenen Termin zur Welt und war tot als wir es morgens fanden - die Eihaut war zu stark gewesen.

Sissi trauerte sehr lange, war kaum ansprechbar und sichtlich gebrochen. Besserung zeigte sich erst als die einjährige Shettystute "Lisa" bei uns einzog. Sie brachte wieder "Schwung in die Bude" und Sissi erholte sich merklich und zeigte wieder Freude am Leben!

 

Das Leben hatte sie wieder und das merkte man einfach - ich ganz besonders, denn mein "Lenz" war vorbei. Zwinkernd

Das Pony ließ sich nichtmehr einfach "bedienen" und merkte sich jeden meiner Fehltritte genau.

Innerhalb kürzester Zeit bekam ich immer öfters ihren Hintern anstatt ihres Kopfes zu sehen!

Da war ich nun.
9 Jahre alt, total ponyvernarrt, 2 Ponys daheim und nix damit anzufangen!


Ich muss schon damals ziemlich stur gewesen sein, jedenfalls beschloss ich dass die Situation so nicht bleiben könne. Ich habe wohl alles versucht um besonders Sissi (bei Lisa hatte ich von der ersten Sekunde an ein Stein im Brett) auf meine Seite zu ziehen - Zuckerbrot und Peitsche, schmeicheln und schimpfen, ziehen und zerren - damit war ich bei Sissi genau an der richtigen Adresse!

 

Sie hat mich öfters bloßgestellt und auflaufen lassen als ich hätte zählen können... peinlich, peinlich... ein richtiges Charakterpony das sehr wohl zwischen "gut" und "böse" unterscheiden konnte. Wobei in ihren Augen natürlich und ausschließlich Letzteres auf mich zurtraf...

Das änderte sich erst als ich begann an mir selbst zu arbeiten und die Ponys Ponys sein ließ, ohne versuchen sie zu unterdrücken und in eine Form zu zwängen.

Und plötzlich passte es!

Der Knoten ging auf.

 

Stetig, jeden Tag ein kleines Stück, ein bisschen mehr in die richtige Richtung...  wir bekamen richtig Freude aneinander!

Egal ob damals oder heute - ein Begrüßungs-Brummeln lässt mich immer wieder auf Wolken schweben und macht mich unglaublich froh.

Ausritte alleine oder zu zweit mit den Ponys (ohne Sattel natürlich) waren mit der Zeit ebenso möglich wie stehend vom Ponyrücken aus Kirschen zu pflücken...!

Auch wurde in dieser Zeit der Grundstein für meine Fahrleidenschaft gelegt... :-) ==>

 

Ich denke sehr gerne an diese Zeit zurück und bin froh eine so tolle (wenn auch sehr anspruchsvolle) Lehrmeisterin gehabt zu haben!


Wir zogen zwei Fohlen aus Lisa (die bei weitem das beste Kinderpony ist!):

  • 1999 Biene (vom Shetland-Tigerscheckhengst Peppino)
  • 2001 Nicky (von Shetland-Rapphengst Erwin)

 

Nicky wurde als Jährling verkauft, Biene behielten wir für uns und ich habe mit ihr sehr, sehr viele Stunden im Gelände verbracht.

 

Daraus entstand eine wirklich tiefe Verbindung, die die spätere Ausbildung zum Spaziergang machte.

 

Biene bekam ebenfalls 2 Fohlen:

  • 2002 Dixie (von Walters PB-Schecke Maiki)
  • 2005 Pippilotta (von Shetland-Rappscheckhengst Rocky)

 

Leider hat sich Biene von einem Weideunfall nicht mehr erholt, sodass wir sie kurz nach Absetzen ihres zweiten Fohlens erlösen mussten. Weinend

Bienes erstes Fohlen Dixie war eine richtig gut gelungene Mischung - ein wunderschönes Köpfen mit großem, klarem, ruhigen Auge, wunderschöner Scheck-Zeichnung und einem Charakter und Bewegungsqualität wie sie - wie ich heute weiß - für Welshies typisch ist.

Was ich aber damals nicht wusste, ist dass Welshies extrem intelligent sind (noch mehr als Shettys) und so kam es dass mich Dixie ein ums andere Mal austrickste und fast zur Weißglut brachte.

 

Dreijährig war nicht wirklich was mit ihr anzufangen und somit schlugen alle Versuche mit der Arbeit zu beginnen fehl. Also Ponymädchen nochmal mit den Worten "Mit dir mach ich nie wieder was!" auf die Weide gepackt und versucht zu vergessen. Kaum vierjährig, erwachte der Arbeitseifer in der kleinen Funz und meine eben erwähnten Vorsätze gingen flugs über Bord. Ein Pony das von weitem wiehert und ständig brummelnd neben einem her läuft und anklagend schaut wenn man ein anderes Pony zur Arbeit holt kann man einfach nicht lang ignorieren..!

Und so begannen wir mit der Ausbildung. Es war als hätte Dixie das Koppelleben satt und saugte alles Neue auf wie ein Schwamm. Weil die Möglichkeiten zu Hause in Prebl begrenzt waren, zog Dixie für den Sommer nach Altendorf um, wo ich sie erst vom Boden aus aufbaute, dann einritt (Hufschlagfiguren, GGA in der Bahn) und auch mit ihr ausreiten ging.

Weil sie das alles in tadelloser Manier erlernte und immer frisch fröhlich ans Werk ging, brachte ich sie im Herbst noch zu Walter (dem wie gesagt Dixies Vater Maiki gehörte) und wir fuhren sie ein.

Auch hier machte sie ihre Sache ausgezeichnet und lief vom ersten Mal an perfekt im Zweispänner!

Nachdem Dixie mit ihren 1,15m nicht gerade Reitpferdmaße hat, wurde der Wunsch nach einer "größeren Dixie" immer sehnlicher. Ihre Besonderheit konnte ich nur durch den Welsheinschlag erklären - sowas war mir bis dahin noch nicht untergekommen!

Also, liebes Internet, was weißt du über Welshies? Spuck es aus! :-)

Innerhalb eines Sekundenbruchteils war klar - Welsh Cobs! The one and only!

Aber nicht irgendein Cob, nein es musste eine ganz besondere Stute sein. Die genaue Anforderungs-Liste bleibt geheim, man hält mich sonst für größenwahnsinnig und verbannt mich auf eine Insel. Wobei, Wales ... Zwinkernd

 

Ein kleiner Auszug: true to type, lots of bone and movement, attitude, klar im Kopf, großes schönes Auge, umgänglich, korrekt gebaut, kerngesund, exzellentes Pedigree, gut durchzüchtet, keine Modelinien, vielseitig veranlagt, fahrbar, kurzum ein Cob für alle Fälle!

Da war ich dann ziemlich schnell bei den TripleG's angelangt und zwischen Ursel und mir entspann sich ein reger E-Mail-Austausch der mich heute noch erfreut. VIIIEL später kamen wir auf Rhiannon zu sprechen (ein eigenes Pferd war noch nicht aktuell) und von da weg ließ sie mich nicht mehr los.

Als im Sommer 2007 klar wurde dass die Familie meines damaligen Freundes einen Offenstall für ihre Warmblüter bauen werden, in dem auch Platz für eine Cob-Stute sein würde, war ich nicht mehr zu bremsen!

 

Der Traum "irgendwann eine richtig schicke Welsh Cob Stute zu haben" rückte plötzlich in greifbare Nähe und ein erneuter, "richtiger" Blick auf die Fotos machte klar, dass ich meinen Jackpot vermutlich längst schon gefunden hatte. 

Und so war's dann auch! :-)


Nach langem Bangen (immerhin gab es noch einige Kaufinteressenten vor uns) kam das OK (es fühlte sich an wie ein Ritterschlag!) von Ursel dass wir sie uns anschauen dürften und was soll ich sagen? Es war allerseits Liebe auf den ersten Blick, Mini wusste gar nicht so Recht wem sie als erstes auf den Schoß krabbeln sollte!

Wie die Geschichte weitergeht... nun ja, davon zeugt glaube ich die ganze HP! {#emotions_dlg.pleasure}

Ich kann nur sagen ich bin sehr froh wie sich alles entwickelt hat!

 

Auch wenn es vielleicht toll klingen würde, aber ich kann nicht sagen dass ich damals gewusst/geahnt habe wie Mini sich später entwickeln würde. Ich hätte es mich nicht zu wünschen gewagt!

 

...

 

Ja, das waren die Anfänge... ich lerne täglich dazu!

Früher wollte ich immer eine "Dixie" oder eine "Sissi" in Groß - von Sissi den Charakter, die Stärke, die Geradlinigkeit, von Dixie den Eifer, die Freundlichkeit, die Leistungsbereitschaft, den Show-Attitüde und den "AHA-Effekt" - ja und heute habe ich Rhiannon, die meine Erwartungen nicht erfüllt, sondern allesamt übertroffen hat. Sie ist einfach der WAHNSINN.

Jetzt werde ich tatsächlich ein wenig schwermütig und kann garnicht sagen wie dankbar ich bin. *aufholzklopf*

Ohne die Ponys würde mir viel Farbe im Leben fehlen und vor allem - ich hätte so viele tolle, einzigartige und fabelhafte Menschen die mir inzwischen gute Freunde - die ich sehr schätze und niemals mehr missen möchte - geworden sind, niemals kennen gelernt!

Das ist mitnichten der größte Schatz den die Pferde uns bringen - sie verbinden, ganz egal ob groß ob klein, alt oder jung, Österreich, Deutschland, die Inseln, die Welt... beim Plänkeln über unsere tollen Vierbeiner werden wir alle wieder Kinder und die Augen beginnen zu leuchten!

{#emotions_dlg.embarrassment}